Focus Stack aus der Hand?

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  • Hallo zusammen,


    im Webinar zu FOCUS projects professional kam die Frage auf, ob man Focus Stacks auch aus der Hand machen kann.
    Das musste ich doch nochmal in der Praxis ausprobieren - das Ergebnis, man kann :-)


    So klappt das ganz gut:
    - Kamera auf Serienaufnahme
    - manuellen Focus einschalten
    - Auslöser durchdrücken und dabei den manuellen Focus langsam von vorn nach hinten drehen
    (Wenn man die Kamera dabei einigermaßen Still gehalten hat, werden die Ergebnisse durchaus respektabel)


    Anbei zwei Stacks mit jeweils 5 Bildern aus der Hand geschossen - ursprünglich waren es 15 Bilder pro Stack - in FOCUS projects habe ich dann die Aufnahmen entfernt, die nicht gebraucht werden.


    Wenn ihr Euch "Dekor1.jpg anschaut, seht ihr in der vorderen Blüte einen unscharfen Bereich - dort habe ich den Focus-Ring zu schnell gedreht ;-)


    VG Michael

  • Hallo,
    das so etwas überhaupt möglich ist hätte ich nicht gedacht. Die Ergebnisse sind ja nicht schlecht.
    Theoretisch müsste es ja dann auch möglich sein, sich langsam nach hinten/vorn zu bewegen, ohne am Fokusrad zu drehen? Zumindest kann ich mir dann vorstellen, dass man dabei die Kamera weniger in kleinen Bewegungen bewegt, also weniger Wackler zwischen den Einzelbildern sind.
    Allerdings ist es bestimmt sinnvoller, bei Freihandaufnahmen, wenn es schon so hell ist, dass man stacken könnte, gleich eine kleine Blende zu wählen ;)
    Beste Grüße
    Max

  • Hallo Max,


    auf das Objekt zuzugehen ist ebenso möglich wie den Focus Ring zu drehen.
    Nach meinen Tests ist das drehen am Focus Ring weniger anfällig für Störungen - ich drücke die Kamera einfach im Reihenbildmodus durch und drehen dabei langsam den Focus Ring.


    Im Grunde müsste das auch mit einem Video funktionieren, in dem man von vorn nach hinten blendet. Dann muss man das Video nur in Einzelbilder zerlegen und laden.


    VG Michael

  • Das mit dem Video muss aber dann über externe Programme realisiert werden, oder? Zumindest habe ich bei meinem ersten Start von Focus Projects gedacht, das Symbol für "Projekt einladen" diene dafür ;)
    Aber ich denke, dass bei einem Video durch die Bewegung beim Drehen nichts wirklich "scharf" ist und bei Einzelbildern dir Auflösung viel optimaler ist.
    Beste Grüße
    Max

  • Das Thema ist zwar schon alt, aber ich hole es nochmals hoch, nachdem ich mit der Methode praktische Erfahrungen sammeln wollte.

    So klappt das ganz gut:
    - Kamera auf Serienaufnahme
    - manuellen Focus einschalten
    - Auslöser durchdrücken und dabei den manuellen Focus langsam von vorn nach hinten drehen
    (Wenn man die Kamera dabei einigermaßen Still gehalten hat, werden die Ergebnisse durchaus respektabel)


    Mit Drehen des Entfernungsringes komme ich nicht klar. Ich verwackle die Kamera dabei nach links und rechts, das Stackingergebnis geht nach mehreren Versuchen von "na ja" bis "völlig unbrauchbar". :(


    Ich habe bei meinem Tokina 100mm Makro das "Handikap", dass der Entfernunsgring zur Kamera hin gezogen werden muss, um von AF auf MF umzuschalten. Dabei rastet er spürbei ein und ich habe vermutlich den Fokus bereits leicht verstellt.


    Mt einer Bewegung zum Gegenstand hin klappt es deutlich besser. Ich mache mir dabei die Tatsache zu nutze, dass die Nikon D750 im Modus AF-S erst nach Loslassen und erneutem Drücken des Auslösers neu fokussiert. Daher lasse ich den Entfernungsring auch in der AF-Stellung. Die D750 stand auf CH, also Serienmodus hoch mit 6 Bildern/s.


    Ich habe mich an einem schräg liegenden Tablettenröhrchen versucht. Von dem werden in den Einzelbildern 68 mm auf die Sensorbreite abgelichtet, das ist ein Abbildungsmaßstab von 1:1,9. Durch die Verscbiebung bleiben davon 40 mm übrig - das wäre ein Abbildungsmaßstab von 1:1,1!


    Die Bildserie habe ich bei ISO800 und F8.0 gemacht und die Kamera hochkant gehalten. Bei der Blende ist die Schärfentiefe ca. 2,5 mm (oder relativ genau eine Zeilenhöhe bei der Auflistung der Inhaltsstoffe). Vermutlich habe ich die Kamera noch zu schnell nach vorn bewegt, in regelmäßigen Abständen von 3 mm gibt es unscharfe Streifen, die aber eher auf der einfarbig grünen Fläche auffallen, wenn man auf mind. 200% zoomt. Fokussiert hatte ich auf den Buchstaben B bei "Biotin", aus 29 Bildern besteht die Serie.


    Gruß

    Jürgen


  • Hallo Jürgen,

    Mt einer Bewegung zum Gegenstand hin klappt es deutlich besser. Ich mache mir dabei die Tatsache zu nutze, dass die Nikon D750 im Modus AF-S erst nach Loslassen und erneutem Drücken des Auslösers neu fokussiert. Daher lasse ich den Entfernungsring auch in der AF-Stellung. Die D750 stand auf CH, also Serienmodus hoch mit 6 Bildern/s.

    eine interessante Variante die ich auch mal ausprobieren muss :-)


    Solche Serien "aus der Hand" bleiben allerdings für die Bildausrichtung immer eine extreme Herausforderung, aber wie man sieht ist es absolut machbar - Klasse!


    VG Michael

  • Hallo Michael,


    in freier Natur habe ich schon oft Insekten gesehen, die für einige Aufnahmen sitzen bleiben - Libellen sitzen häufig auf einem Stengel und halten nach Beute (Fliegen usw.) oder Revier-Eindringlingen Ausschau. Sie bewegen evtl. die Augen, weil da so eine Riese mit einem schwarzen Kasten "herumturnt". Ein Stativ aufbauen geht nicht, aber einige Bilder für Fokussttacking, sollten möglich sein.


    Gruß

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    in freier Natur habe ich schon oft Insekten gesehen, die für einige Aufnahmen sitzen bleiben - Libellen sitzen häufig auf einem Stengel und halten nach Beute (Fliegen usw.) oder Revier-Eindringlingen Ausschau. Sie bewegen evtl. die Augen, weil da so eine Riese mit einem schwarzen Kasten "herumturnt". Ein Stativ aufbauen geht nicht, aber einige Bilder für Fokussttacking, sollten möglich sein.

    ich werde das auf jeden Fall mal ausprobieren, sobald draussen mal wieder ein wenig "Licht" ist :-)

    Im Moment kann man hier nur "Grau" aufnehmen...


    Meine Variante wäre: Auslöserdurchdrücken und die Kamera dabei langsam in richtig Objekt bewegen


    Ich bin gespannt, was dabei herauskommt!


    Vg Michael

  • Meine Variante wäre: Auslöserdurchdrücken und die Kamera dabei langsam in richtig Objekt bewegen

    Genau so habe ich das mit dem Tablettenröhrchen gemacht.

    Zuvor hatte ich es mit einem bedruckten Stück Papier versucht, aber der Ausdruck war nicht qualitativ gut.

    Ende April fliegen die ersten Libellen, die grßen Edellibellen später. So ab 10 Uhr kann man die meisten Arten gut erwischen. Andere fliegen aber hektisch herum und setzen sich sich nur ganz selten hin.


    Hier war gestern von Sonnenaufgang bis zum frühen Nachmittag Sonnenschein, heute mittag wieder. Draußen 15 Grad. Habe gerade (mit Radfahrweste über dem T-Shirt) 3 Bergpalmen in größere Töpfe umgesetzt.


    Gruß

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,

    Quote

    Mt einer Bewegung zum Gegenstand hin klappt es deutlich besser. Ich mache mir dabei die Tatsache zu nutze, dass die Nikon D750 im Modus AF-S erst nach Loslassen und erneutem Drücken des Auslösers neu fokussiert. Daher lasse ich den Entfernungsring auch in der AF-Stellung. Die D750 stand auf CH, also Serienmodus hoch mit 6 Bildern/s.

    muss ich das so verstehen, dass du die Kamera freihand hälst, auslöst, einen cm näher rangehst und erneut auslöst und dann wieder weiter vor zum Objekt? Aber wozu dann die Serienaufnahmeeinstellung? Oder drückst du 1x den Auslöser durch und bewegst dich während der Serienaufnahme kontinuierlich auf das Objekt zu?


    Grüße

    Jens

  • Hallo Jens,


    es geht um Millimeter, nicht um "einen cm"!

    Wie ich vorgegangen bin, steht eigentlich schon in dem Teil, den Du gequotet hast. Aber gern nochmal ausführlicher:


    1. Meine Nikon D750 hat einen langsamen und einen schnellen Serienmodus. Letzteren verwendet man z.B. für fliegende Vögel, dann aber zusammen mit AF-C (continuous). Die Kamera überprüft vor jedem Bild die Fokussierung und stellt nach, das wäre hier aber falsch.

    2. Ich verwende also Serienmodus hoch ( CH ) zusammen mit AF-S (single). Bei AF-S wird nur einmal vor der Aufnahme fokussiert. Bei mehren Bildern im Serienmodus halt vor der ersten Aufnahme.

    3. Ich visiere eine Stelle auf Gegenstand mit dem Fokuspunkt (ein rotes Quadrat im Sucher) an und versuche auf der während der ganzen Bilderserie zu bleiben, weil jede seitliche Änderung hinterher dem Programm beim Stacken die Arbeit schwerer macht.

    4. Ich drücke den Auslöser ganz durch und halte ihn gedrückt.

    5. Ich bewege mich ganz langsam auf den Gegenstand zu.


    Jeder Fotograf muss selber entscheiden, wie er vorgeht.

    Und das muss er ausprobieren und üben, üben, üben!  


    Michael hat es mit Drehen den Entfernungsrings versucht und hatte damit Erfolg.

    Ich kann nur für mich sagen, dass ich dabei die Kamera zu sehr verwackle.

    Auch bei Einzelbildern verwackle ich die Kamera durch Loslassen und erneutes Drücken des Auslösers.

    Ich habe meine Methode ebenfalls mit Serienmodus langsam ( CL ) ausprobiert, dabei kann man die Anzahl der Bilder je Sekunde von 1 bis 6 einstellen. Aber mit 1 bis 4 Bildern/s war das Ergebnis nicht so gut.


    Ich habe bei dem Beispiel mit dem Tablettenröhrchen 29 Bilder verwendet. Wenn die Speicherkarte zu langsam ist oder der Bildpuffer der Kamera schon nach 10 Bildern voll ist, wird das nicht gehen. Dann muss man sich überlegen, ob man nicht besser Stativ, Makroschiene usw. mit auf die Fototour nimmt und in Ruhe arbeitet.


    Gruß

    Jürgen


  • Hallo, ich habe auch erst mein Verfahren "entwickeln" müssen. Da jeder andere Qualitäten hat, bleibt einem ja nichts anderes übrig.

    Ich komme am besten mit dem Stativ zurecht. Dann drehe ich an der Entfernungs-Einstellung oder verwende einen ganz einfachen Schlitten, um einige "mm" zu verändern.

    Mit der Veränderung am Entfernungsring habe ich bei meinem Sony-Objektiv einige Probleme, da die Veränderung nur einen sehr kleinen Bereich der Anzeige entspricht.

    Ich verwende auch kein teures Makro-Objektiv, sondern ein oder zwei Vorsatzlinsen, je nach Vergrößerung. Ich weiß, dass das nicht optimal ist, aber eine leichte Unschärfe am Rand ist mir bei den Blütenaufnahmen sehr willkommen.

  • Danke, Jürgen, dass du es mir nochmal ausführlicher erklärt hast. Natürlich nur Millimeter, ich wollte es nur plastischer formulieren, dass es um Bewegung geht, cm ist natürlich Quatsch.

    Aber ein anderer Gedanke bewegt mich dabei. Wenn du dich auf das Objekt zubewegst, ändern sich doch dessen Dimensionen, es wird größer, z. B. ein Insekt. Mir ist schon klar, dass nach jeder Bewegung und Auslösung bei konstantem Fokus andere Bereiche scharf dargestellt werden. Aber wie geschrieben, die geometrischen Abmessungen des Objektes bleiben nicht konstant.Wie packt es die Software hinterher, mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Dimensionen zu einem Bild zu addieren?


    Grüße

    Jens

  • Hallo Jens,


    das kann Dir Michael vermutlich am besten erklären, was und wie die Software das macht.

    Es gab zu den unterschiedlichen Vorgehensmethoden auch einen anderen Thread: Vorgehen bei Stackingaufnahmen


    Die Größe des Gegenstandes ändert sich immer!

    Auch wenn Du nach der Variante 2 (Drehen am Entfernungsring des Objektives) arbeitest, ändert sich die Größe, denn Du fokussierst einaml auf einen nahen Punkt (z.B. 50 mm) und auf einen fernen Punkt (z.B. 52 mm). Bei einem Makroobjektiv alter Bauart wird der Tubus herausgefahren, denn die Bildweite muss sich ja ändern. Bei einem modernen Objektiv mit Innenfokussierung wird die Brennweite deutlich reduziert - keine Ahnung wie es dort aussieht.


    Du musst aber darauf achten, das der Gegenstand immer vollständig abgebildet wird.


    Gruß

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    danke, ja das stimmt, dass sich auch beim drehen des Fokusrings die Größe ändert. Wie auch immer, irgendwie kommen ja letztendlich durchaus sehenswerte Ergebnisse heraus 😉

    Somit wieder ein kleines Projekt, das ich als „Frischling“ unbedingt ausprobieren muss.

    Im „Weihnachtskalender für Fotografen“ waren ja auch einige Überraschungen zum Thema versteckt.


    Grüße

    Jens

  • Hallo Jens,

    das kann Dir Michael vermutlich am besten erklären, was und wie die Software das macht.

    für genau diese Größenänderung macht FOCUS projects beim Einladen eine Bildausrichtung, dabei werden in den Defaulteinstellungen zwei Dinge korrigiert:


    Verschiebung:

    Wenn man nach links, rechts, oben, unten die Kamera verwackelt hat, also Freihand oder vielleicht nicht genau gerade auf das Objekt zugefahren ist


    Zoom: (Skalierung: Vergrößern und verkleinern)

    Wenn sich der Schärfebereich der Kamera durch das Objekt schiebt, findet auch immer eine Skalierung des Motives statt. Genau dafür prüft FOCUS projects beim Einladen, von jedem Bild zu jedem Bild, ob eine solche Skalierung stattgefunden hat.

    Dabei kann der Mittelpunkt der Skalierung an jedem Punkt im Bild liegen und der Zoom bis zu 10% plus und minus sein.


    Rotation: (ist per Default abgeschaltet)

    Die Rotationsausrichtung korrigiert bis zu 7 Grad in beide Richtungen, um die Räumliche Achse der Kamera vom Fotografen durch den Mittelpunkt der Kamera zum Motiv hin.

    (Passiert zum Beispiel gern, wenn die Kamera auf einem Stativ steht und man auf den Auslöser oben rechts drückt, dann wird die Kamera rechts leicht heruntergedrückt und es kommt zu einer Rotation)


    Alle anderen Veränderungen:

    -> sind perspektivische Verzerrung, die man mathematisch nicht korrigieren kann

    Warum nicht? Weil hierzu die räumliche Information pro Pixel fehlt.


    Das war jetzt doch etwas ausführlicher, als ich es geplant hatte :-)


    VG Michael