"Heiliges Bokeh" - und Sharpen Projects

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  • Geht man auf die Seiten der Objektivbesprechungen, dann hat sogenanntes Bokeh, also die kreative Unschärfe des Hintergrundes bei Offblende, ja einen regelrechten Kultstatus. zumindest aber handelt es sich um eine "heilige Kuh", die man beim Schärfeprozess bloss nicht anfassen will.


    Bokeh verleiht dem Bild Dimensionalität, einen gewissen 3D Effekt, da unser Gehirn Unscharfes als weiter entfernt interpretiert. Das würden wir ja gerne unterstützen, eher vertiefen, aber nicht irgendwie abschwächen im Schärfungsprozess. Also am Besten nur das Hauptmotiv schärfen, aber nicht den "heiligen" Bokeh-Hintergrund.


    Wie geht ihr damit um?


    Für auf die Schnelle ist ja der Bereichsschutz "glatte Bereiche schützen" schonmal ausreichend.


    Im Beispielbild unten habe ich im "Selektiven Zeichnen" den Hintergrund mit Hilfe der Pinsel-Konturenerkennung ausmaskiert, bei "Originalbild einblenden" auf 100% Intensität.


    Dann wollte ich mein Bokeh noch ein klein wenig verstärken, um noch mehr Tiefe ins Bild zu bekommen. Also habe ich dieselbe Maske bei "Kontrast verringern" eingeladen und die Intensität bei 20 bis 30 eingestellt. Dadurch wird der Hintergrund aber heller. Daher habe ich dieselbe Maske bei "Abdunkeln" geladen und mit "Intensität" wieder abgestimmt auf die ursprüngliche Helligkeit. In allen drei Fällen habe ich dann das Radiergummi mit einer Stärke von 20 genommen, und bei Bildteilen, die mehr im Vordergrund sind, die Maske etwas zurückgenommen. Sehr vordergründige Teile habe ich dreimal zurückgenommen, dahinterliegende zweimal.


    Wenn man das mit dem 3D Effekt übertreibt, oder es gibt da keine gaubhaften organischen Übergänge, dann wird man von seinen Zuschauern schonmal gefragt: ob es sich da um eine Collage handelt. Daher nehme ich bei Bildteilen, die etwas mehr im Vordergrund sind, die Maske mit dem Radiergummi stufenweise ein wenig zurück. Übergänge in der Tiefe. Auch die hellen Rosen am Bildrand habe ich zurückgenommen.


    Hier wollte ich die Rosen ein klein wenig "aetherisch über den Dingen schweben" lassen. Wollte man das nicht, müsste man die Vordergrund-Hintergrundabstufungen etwas anders abstimmen.


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    Wenn man das mit dem Bokeh verstärken ganz steil genau machen will, würde man vor Sharpen in Color Project diese Maske vom Hintergrund im Zeichenmodus "Originalbild einblenden" erstellen, dann invertieren, dann in Color Projects mit speziellen Weichzeichnern arbeiten. Irgendwo habe ich mal ein Tutorial gesehen, wie man Bokeh im Postprocessing selber herstellt, vielleicht kann ich da mal in Color Projects ein Preset und mit Sharpen dann einen Workflow ausarbeiten.


    Grundsätzlich kann man aber schon im Zeichenmodus bei Sharpen Projects, dort Hintergrundmaske erstellen, etwas mit Kontraste verringern, Abdunkeln und Originalbild einblenden 100% , und danach also nur noch das Motiv schärfen - die Tiefenschärfe glaubhaft erhöhen, denke ich mal so in meinem jugendlichen Leichtsinn :)


    "Glatte Bereiche schützen" war dann trotzdem noch eingestellt.


    grüssli merlYnn

  • Hallo merlYnn,


    ja, die Bokeh's und Schärfung über das gesamte Bild sind auf jeden Fall eine Herausforderung.

    Ich mache das eigentlich immer mit "Glatte Bereich intensiv schützen" und dann die Stellen wo das nicht ausgereicht hat im Selektiven Zeichnen nachmalen (Originalbild einblenden).

    Irgendwo habe ich mal ein Tutorial gesehen, wie man Bokeh im Postprocessing selber herstellt, vielleicht kann ich da mal in Color Projects ein Preset und mit Sharpen dann einen Workflow ausarbeiten.

    Wenn ich mich recht erinnere hat das Programm "ANALOG projects 3" einen speziellen Effekt im Expertenmodus "Bokeh-Reichzeichnung" - damit geht das sehr gut.


    "Glatte Bereiche schützen" war dann trotzdem noch eingestellt.

    In der Voreinstellung gilt der Bereichsschutz auch nur für die Schärfung und nicht für die fotografischen Einstellungen.

    Das kann man bei Bedarf ja noch umstellen :-)


    VG Michael

  • Die Bokeh Weichzeichnung in Analog Projects ist ein toller Filter, inclusive wählbarer Bokeh Strukturen, dann der Swirl Filter ... da lässt sich einiges nachbauen, besonders, wenn man auch gerne mit Altglas arbeitet.


    Oder man hat ein Objektiv, welches zwar ganz toll ist in Auflösung, Kontrast, Farben und Schärfe - aber kein schönes Bokeh hat, wie manche Fuji Zoom Objektive halt. Hier kann man dann mit Analog Projects tatsächlich ein unruhiges, unschönes Bokeh gut nacharbeiten.


    Diese Filter wieder mal völlig übersehen zu haben - haja, das zeigt, wie viel die Projects Programme bereits haben.




    Aber das wären die drei Aufgabengebiete dieser Bokeh Filter:


    1. Eigene Gestaltung von Bokeh und Tiefenschärfe

    2. Verbesserung von Aufnahmen, deren Bokeh nicht so gelungen ist, weil das Objektiv das nicht hergibt, oder der Hintergrund nicht passt (Unruhe).

    3. Das Nachahmen von bekannten Altglaslinsen, ev. mit Presets, z.B. die russischen Mir, Helios, mit charakterlich strukturiertem Bokeh - oder sogenannte Bokehmonster, wie gewisse Tokina 90 mm - oder andere 90, 102, 135 mm Linsen, Altglas oder neu (Sigma), die aufgrund ihres glatten, malerischen Looks als Bokeh Monster bezeichnet werden.


    Leider hinkt ja Analog Projects mit den Modulen hinterher, es fehlt z.B. das selektive Zeichnen Modul. Masken für Bokeh Filter orientieren sich aber an der vorhandenen Tiefenschärfe im Bild - einfache Radialmasken sind da ja nicht so gut geeignet.


    Mit aktuell vorhandenen Mitteln kann man diese Filter natürlich auf das gesamte Bild anwenden, das Bild speichern, in einem anderen Projects Programm das Originalbild einladen, das Analog Projects Bokeh Bild als Composing Bild, und dann das Bokeh einzeichnen. Das funktioniert, mit dem kleinen Nachteil, dass man in der Bearbeitung keine sofortige Direktansicht hat. Aber prinzipiell machbar ist das bereits schon.


    Meine Frage an Michael, ob das Analog Projects in Zukunft auch mal auf den neuesten Stand gebracht wird, mit den üblichen Projects Modulen.


    Überlegenswert als Erweiterung von Analog sind ja vielleicht auch Presets für Altglaslinsen, und ein Schwerpunkt auf eigene Tiefenschärfegestaltung.


    Für Presets, die selbstständig sind und nicht auf das selektive Zeichnen verweisen, bräuchte man dafür aber schon eine ausgefeilte Tiefenschärfemaske auf der Grundlage von Fokus Peaking usw.


    Vielleicht zunächst mit einer Kurve, wie bei den Gradationskurven. X-Achse wäre die vorhandene Unschärfe-Schärfe, Y-Achse die Unschärfe-Schärfe, die man verändert hat, mit diagonaler Linie als Ausgangspunkt. Damit könnte man die Tiefenschärfe selber gestalten, mit sofortiger Direktansicht. Gut wäre noch, wenn ich mit einer Pipette in das Bild klicken kann - und auf der Kurve wird ein Punkt an dieser Stelle der Schärfe-Unschärfe erstellt. - Einfacher wäre natürlich, nur Steigerung der Unschärfe zuzulassen, als auch noch Schärfe.


    Damit kann ich die Tiefenschärfe im Bild frei gestalten und nach eigenem Gusto verändern - das wäre dann ein Tiefenschärfe Preset.


    Altglas Presets brauchen dann wohl noch eine interne Fokus-Peaking - Unschärfe Maske, welche je nach vorhandener Unschärfe im Bild die Stärke des Effektes auf eine Stelle im Bild errechnet, bevor man selber gestaltet. Das ist auch wieder kompliziert. Scharfe Stellen (Fokus Peaking) dürften nicht berührt werden, und dann müsste es eine Glättung zur Unschärfe geben - dann müsste die Bokeh Struktur anhand der vorhandenen Unschärfe eingearbeitet werden. Eventuellmüsste vorher die im Ursprungs-Bild mitgegebene Unschärfe weichgezeichnet werden. Das vorhandene Bild dürfte das Preset nicht verändern, das vielleicht regelbar. Ein eventueller Regler, der dann noch die Blende verändert - da wirds ziemlich kompliziert.


    Dann wohl noch viele andere Probleme:


    - ob die Blende eines Altglasobjektivs sich einfach durch einen Intensitätsregler einstellen lässt, wäre noch eine offene Frage.

    - überhaupt gibt es dann überall dort Probleme, wo sich diese Alt-Linsen irgendwo nicht-linear verhalten.


    Naja, das wäre mal ein Sinnieren über den Vorschlag, Analog Projects auf Tiefenunschärfegestaltung und Altglas Presets zu erweitern. Bestimmt ist so ein Vorschlag wieder mal schneller gemacht als ausgeführt :D .


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    Bedingt durch Systemkameras ist Altglas ja ein ziemlicher Hype geworden. So eine Erweiterung von Analog Projects würde also schon den Nerv der Zeit treffen.


    Allerdings ist ja die Fotografen Gemeinde gespalten in Puristen, die alles in der Kamera und ohne Bearbeitung wollen - und Leuten, die Bildbearbeitung lieben. Hier muss man damit rechnen, dass puristische Altglasgurus sich dann so ein Programm ziemlich genau ansehen - es müsste dann also schon authentisch sein.


    Ich gehöre hingegen zu den begeisterten Bildbearbeitern - und wenn ich eine Linse mag, die aber ansonsten kein so tolles Bokeh hat - für Portraits eigentlich ein Ausschlusskriterium - ich hätte dann kein Problem, mir diese Linse dann zu beschaffen und mit Analog Projects das Bokeh nachzuarbeiten. Was im Prinzip ja jetzt schon durch das Composing Modul in einem anderen Projects Programm möglich ist.




    grüssli merlYnn




    -

  • Hallo merlYnn,

    Meine Frage an Michael, ob das Analog Projects in Zukunft auch mal auf den neuesten Stand gebracht wird, mit den üblichen Projects Modulen.

    bzgl. der projects Programme entwickle ich die Produkte für die man mich beauftragt.

    Einen nennenswerten Einfluss kann ich hier nicht nehmen.


    Da ich ja aber inzwischen auch eine eigene Produktreihe mit Accelerated Vision herstelle wäre es eine Überlegung, aber es natürlich so, dass das Produkt ANALOG projects mir nicht gehört und ich also nicht einfach ein neue Version erstellen kann.


    Überlegenswert als Erweiterung von Analog sind ja vielleicht auch Presets für Altglaslinsen, und ein Schwerpunkt auf eigene Tiefenschärfegestaltung.

    Für Presets, die selbstständig sind und nicht auf das selektive Zeichnen verweisen, bräuchte man dafür aber schon eine ausgefeilte Tiefenschärfemaske auf der Grundlage von Fokus Peaking usw.

    Der Weg wir man solche Altglaslinsen nachbilden könnte wäre wie folgt:


    Schritt 1: Man erstellt ein Testszenario vor einer absolut fest installierten Kamera und macht eine Aufnahme mit einer modernen Linse

    Schritt 2: Nun wechselt man die Linse und macht exakt die gleiche Aufnahme bei exakt dem gleichen Licht noch einmal

    Schritt 3: Nun ermittelt man für jeden Pixel die Entfernung zur Kamera (Z-Buffer)

    Schritt 4: Man vermisst die Differenz in Geometrie, Weichheit, usw. zwischen den beiden Aufnahmen

    Schritt 5: Man entwickelt einen Effekt der zwischen diesen beiden Optiken hin und her blenden kann


    Nun hätte man mit Schritt 5 eine Algorithmik, die in der Lage ist die Altglaslinse abzubilden.

    Das setzt allerdings für jede Aufnahme eine Z-Buffer (also die 3D-Information pro Pixel) voraus.


    Naja, das wäre mal ein Sinnieren über den Vorschlag, Analog Projects auf Tiefenunschärfegestaltung und Altglas Presets zu erweitern. Bestimmt ist so ein Vorschlag wieder mal schneller gemacht als ausgeführt :D .

    Ja, das trifft es :-)


    Ich würde eine solchen Effekt aufgrund der aufwendigen Laboraufnahmen die man braucht irgendwo im Bereich 6-12 Monate ansetzen - von der ganzen Hardware die man dafür kaufen müsste mal abgesehen.


    Was deutlich leicht geht wäre es, den Effekt einer Altglaslinse "nachzubilden", mit Effekten die bereits vorliegen - das ginge erheblich schneller, das Ergebnis wird aber natürlich nicht genauso exakt.


    Jemand der gut mit projects Programmen umgehen kann und die Vergleichsbilder aus Schritt 1 und Schritt 2 oben hätte, könnte eine Linse vermutlich in einer Woche mit Effekten einigermaßen nachbilden.

    Für ein Presetpaket von 12 Linsen bräuchte man also die 12 Linsen, einen Photographen für viele Vergleichsbilder und den Preset Entwickler für ca. 3 Monate.


    Kurzum: Ein solches Presetpaket kostet bei 12 Linsen mal eben gut €30.000 ;-)


    VG Michael

  • Oha - das ist ja aufwändiger, als ich es schon befürchtet hatte.


    Bleibt also basteln mit Focus Peaking Maske in den Composing Bildern - dann für verschiedene Schärfeebenen Composing Bilder einladen mit derselben Fokus Peaking Maske und für die betreffende Schärfeebene ein zeichnen.


    Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, und toll, dass das schon prinzipiell soweit funktioniert.


    Vorteil beim Basteln wäre, wenn man da irgendwie zu einer Direktansicht kommt beim Verändern der Parameter. Z.B., indem das Fokus Peaking zu einem Maskenfilter wird. Dann bräuchte man einen Filter für eine Schärfeebenenmaske - also von Unschärfe A bis Unschärfe B und Glättung einstellbar. Inwieweit das mit der vorhandenen Detailmaske oder Kombinationen davon geht müssste ich mal ausprobieren (bin halt noch am Aufräumen :) )


    Ansonsten müsste man sich für Analog Projects wohl an den Verlag wenden. Wo schreibt man denn da am Besten hin? Der support ist da ja wohl die falsche Adresse, denn da ist ja nix zum supporten.


    grüssli merlYnn

  • Hallo merlYnn,

    Bleibt also basteln mit Focus Peaking Maske in den Composing Bildern - dann für verschiedene Schärfeebenen Composing Bilder einladen mit derselben Fokus Peaking Maske und für die betreffende Schärfeebene ein zeichnen.


    Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, und toll, dass das schon prinzipiell soweit funktioniert.

    hast du mal darüber nachgedacht, das Problem mit FOCUS projects anzugehen?


    Mit FOCUS projects kannst du aus einem guten Focus-Stack eine brauchbare Tiefenkarte (Z-Buffer) erstellt und dann im Post-Processing mit dem Filter "3D-Tiefenunschärfer" eine Unschärfe inkl. Bokeh und der Berücksichtigung der Tiefe auf ein Bild legen.


    Dazu ein paar Bilder:





    Ein Tipp:

    Wenn du nur ein Foto von dem Motiv hast, kannst du auch einen künstlichen Focus Stack erzeugen, z.B. in Photoshop & Co.


    Du nimmst das Bild und duplizierst es (der Einfachheit halber) 3x.

    - in der ersten Version des Bildes zeichnest du alles komplett weich was "nicht vorne" ist

    - in der zweiten Version des Bildes zeichnest du alles komplett weich was "nicht in der Mitte" ist

    - in der dritten Version des Bildes zeichnest du alles komplett weich was "nicht hinten" ist


    Nun hast du einen Focus Stack mit 3 Bildern: vor scharf (Bild 1), mitte scharf (Bild 2), hinten scharf (Bild 3).

    Diesen Stack lädst du in Focus projects ein und kannst die 3D-Tiefenunschärfe nutzen :-)


    Ansonsten müsste man sich für Analog Projects wohl an den Verlag wenden. Wo schreibt man denn da am Besten hin? Der support ist da ja wohl die falsche Adresse, denn da ist ja nix zum supporten.

    Also ich denke die Support Adresse ist da schon richtig, wenn man nach einer möglichen Weiterentwicklung eines Produktes fragen möchte.

    Eine andere Adresse hätte ich leider auch nicht zur Hand.


    VG Michael