Wind und Focus Stacking

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  • Hallo Michael, ich mache ja vermehrt Nahaufnahmen von Blüten. Dabei bleiben meistens alle Blüten am Leben, heißt, ich pflücke nichts ab, sondern fotografiere in der Natur.

    Nun ist es meistens nicht windstill und das macht erhebliche Probleme.

    Besteht die Möglichkeit alle Bilder vor der Bearbeitung durch Focus Stacking nach einer Vorauswahl ausrichten zu lassen?

    Ich meine damit, ich wähle ein Bild als „Master“ aus und danach werden die anderen Bilder ausgerichtet. Dadurch wäre man nicht an eine Automatk gebunden.

    Ich weiß z.B. nicht, ob das mathematisch überhaupt machbar ist.

    Mache ich das mit dem „Painter“, treten Probleme auf, wenn der Versatz der Bilder zu groß ist. Das klappt mit dem Painter m.E. nur für kleinere Korrekturen.

    Aber fragen kostet ja nichts und dumme Fragen gibt es nicht (ich glaube, es sind Deine Worte).

  • Hallo Hartmut,

    Ich meine damit, ich wähle ein Bild als „Master“ aus und danach werden die anderen Bilder ausgerichtet. Dadurch wäre man nicht an eine Automatk gebunden.

    Ich weiß z.B. nicht, ob das mathematisch überhaupt machbar ist.

    Mache ich das mit dem „Painter“, treten Probleme auf, wenn der Versatz der Bilder zu groß ist. Das klappt mit dem Painter m.E. nur für kleinere Korrekturen.

    grundsätzlich ist sowas möglich, kann aber auch von Dir "per Hand" erreicht werden.

    Wenn du beim Einladen des Stacks darauf achtest, dass das Bild welches du als Master haben möchtest, genau in der Mitte des Stack liegt.


    Und zwar so:

    Du hast 6 Bilder und möchtest dass, Bild Nr. 5 das zentrale Bild wird.

    Jetzt duplizierst du Bild 6 insgesamt 3x (also kommt Bild Nr 6 4x vor), du hast nun die Bilder: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 6, 6, 6 -> Bild "5" liegt nun in der Mitte, diese 9 Bilder lädst du ein und löscht nach dem Einladen und Ausrichten die 3 Duplikate im Programm wieder raus.

    Und ja: Das ist etwas "um die Ecke", führt aber zum Ziel :-)


    Das generelle Problem ist hier aber eher, dass Blumen die sich im Wind bewegen keine Verwacklung der Kamera sind (nur Kameraverwacklungen sind über eine Ausrichtung zu korrigieren)-

    Blumen die sich im Wind bewegen, oder allgemeiner Objekte die sich im "Motivraum" bewegen, sind eine perspektives Veränderung des Bildinhaltes, die nicht durch eine Ausrichtung mathematisch zu bewältigen ist - man bekommt hier immer nur eine Annäherung hin, weil die Ausrichtung versucht "es so gut es eben geht" zu korrigieren.


    Mathematisch ist das Problem leider nicht exakt lösbar.


    VG Michael

  • Hallo Michael, ich muss noch einmal auf das "Windverwackeln" in Focus p4p zurückkommen.

    Ich habe Deinen Rat befolgt und habe Kopien des entsprechenden Bildes erstellt. Das ging auch ganz gut, und es ist ein für mich brauchbares Bild herausgekommen (ich brauche ja nur Bilder 9 cm x 13 cm für meine Fotokarten).

    Du hast aber einmal in einem Webinar gesagt, das die Projects-Software sich jedes Pixel vom Bild "anguckt". Dann muss die Softeware auch wissen, dass die gleichen Pixel in den einzelnen Bildern "verschoben" sind. Erkennt die Software dieses, dann muss doch theoretisch auch eine Korrektur möglich sein.

    Wenn nach Deinem Versuch aus dem Jahr 2014 selbst Focus-Aufnahmen freihändisch möglich sind, muss die Software doch einiges korrigieren können.

    Ich bin ja kein Mathematiker, nur Techniker, aber so stelle ich mir das in etwa vor (vielleicht liege ich ja auch ganz falsch). Wenn das möglich ist, muss natürlich viel Rechenarbeit geleistet werden. Andererseits sind die "gleichen Pixel" auf den einzelnen Bilder nicht alle gleich "scharf" und dadurch wahrscheinlich schwer zu "erfassen".

  • Hallo Hartmut-1

    Als Rucksackfotograf habe ich 2 Holz-Zollstöcke im Rucksack zur Beruhigung der Motive.

    Auf einer Seite 4cm abschnipseln und mit 2Komponentenkleber einen dünnen 10cm langen Silberdraht aufgeklebt. Den Zollstock auf passende Höhe aufklappen und seitlich auf die Erde stellen. Den Draht um die Planze leicht anbiegen. Dito den 2. Zollstock auf der Gegenseite anbringen bringt echte Stabilität. Alles bleibt zum Transport sehr klein und leicht.

    LG, BertholdSW aus dem Sauerland.

  • Hallo Hartmut,

    Du hast aber einmal in einem Webinar gesagt, das die Projects-Software sich jedes Pixel vom Bild "anguckt". Dann muss die Softeware auch wissen, dass die gleichen Pixel in den einzelnen Bildern "verschoben" sind. Erkennt die Software dieses, dann muss doch theoretisch auch eine Korrektur möglich sein.

    ja, die Software schaut sich jeden Pixel von jedem Bild an, aber wenn eine perspektivische Verzeichnung vorliegt, ist es mathematisch unmöglich zu sagen dass Pixel XY auf Bild 1 exakt Pixel AB auf Bild 2 entspricht.

    Ich weiß wir wünschen uns alle die Möglichkeit perspektivisch verzeichnete Bilder aufeinander auszurichten, aber aufgrund der fehlenden Informationen in welchem räumlichen Tiefe die Verzeichnung stattfindet (und in welche Richtung im Raum), wird das leider mathematisch unmöglich sein.


    Kurz gesagt: Man kann keine 3D-Korrektur (Perspektive und Raumtiefe) aus 2D-Bilddaten errechnen, weil einem eine komplette Dimension (Achse) an Daten fehlen.


    Viele Grüße,

    Michael

  • Hallo Michael, danke für die Erläuterungen. Nun bin ich aber auch still.

    Das wäre aber schade, wenn Du nun still bleiben würdest, Hartmut. ;)

    Nur der Wind soll still sein.


    Um den Tipp von Berthold zu ergänzen: ich habe vor einigen Monaten einen Fotografen gesehen, der hatte für sein Stativ einen dünnen Flexarm mit einer Art Krokodilklemme. Die hat er am Stengel einer Blüte befestigt, dadurch konnte die nicht so weit hin- und herschwingen. Ich vermute, dass die Krokodilklemme eine kleine Aussparung hatte, um den Stengel nicht zu beschädigen. Und statt einem Flexarm könntest Du einen weichen Draht wie z.B. Kupfer ( aus Mantelleitung NYM-J 3x1,5 mm² oder Aderleitung H07 V-U ) verwenden.


    Gruß

    Jürgen

  • Hallo zusammen, mit der "Stillsein" meinte ich das Tema mit Focus p4p und der Ausrichtung.

    Im Nahbereich beeinflussen ja schon geringste Bewegungen das Ergebnis. Ich muss das alles überdenken und dann probieren

    (es kommt bei mir aber immer wieder durch, das Thema zu diskutieren).

    Herzlichen Dank für Eure Tipps.

  • Hallo Michael

    Ich weiß wir wünschen uns alle die Möglichkeit perspektivisch verzeichnete Bilder aufeinander auszurichten, aber aufgrund der fehlenden Informationen in welchem räumlichen Tiefe die Verzeichnung stattfindet (und in welche Richtung im Raum), wird das leider mathematisch unmöglich sein.

    Ich denke, wie ist es dann möglich Geisterbildkorrektur im HDR-Program zu machen? Ist dieses Problem nicht verwandt mit dem, Hartmut ausgedrückt hat?


    VG Steen

  • Hallo Steen,


    vermutlich lautet die Antwort: nein.


    HDR erkennt, dass z.B. eine Person "durchs Bild läuft" , weil sie auf den Einzelbildern an verschiedenen Stellen ist und kann sie so eliminieren. Gebäude und die Straße davor sind aber unbeweglich. Selbst wenn Du die Bilder freihand machst und die Kamera etwas verschiebst, ist die Relation zwischen mehreren Häusern und der Straße unverändert.


    Gruß

    Jürgen

  • Hallo Steen,

    Ich denke, wie ist es dann möglich Geisterbildkorrektur im HDR-Program zu machen? Ist dieses Problem nicht verwandt mit dem, Hartmut ausgedrückt hat?

    die beiden Probleme "perspektivische Verzeichnung von Bildern" und "Bewegung in Bildern in Belichtungsreihen" erscheinen auf den ersten Blick sehr ähnlich, sind aber mathematisch völlig unterschiedliche zu behandeln.


    Ich versuche einmal möglichst kurz zusammenzufassen, was die beiden Methoden machen:


    Verzeichnungskorrektur (Verschiebung, Rotation, Perspektive)

    Die Verzeichnungskorrektur versucht unterschiedlich "verbogene" Bilder "zurückzubiegen", so dass diese wieder möglichst exakt aufeinander passen.


    Geisterbildkorrektur

    Die Geisterbildkorrektur in Belichtungsreihen sucht nach Bewegung innerhalb der unterschiedlichen Bilder und stanzt diese Bereiche mit Bewegung bei der HDR Fusion aus. Die Bilder selbst werden also nicht verändert.

    Anmerkung: Für einen Focus Stack gibt es aktuell kein mathematisch bekanntes Verfahren, um Geisterbilder (also Bewegung) im Motiv zu erkennen, weil in Focus Stacks immer nur kleine Bereiche des Motives überhaupt scharf sind.


    Aber:

    Man könnte eine Geisterbildkorrektur bei HDR-Belichtungsreihen einsetzen, um "perspektivische Verzeichnung" heraus zu stanzen, in einem Focus Stack geht das aber nicht - damit würde man das Stacking der Schärfe-Reihe "zerstören".


    VG Michael