Komplementärfarben

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  • Nun - es gibt viele Farbkreise - und ebensoviele Ansichten darüber, was Komplementärfarben sind - oder Primärfarben.


    Dein Beispiel ist der RGB Farbkreis. Dort sind die Komplementärfarben so, dass sie sich gegenseitig auslöschen - also Neutralgrau ergeben. Beispiel: Rot und Cyan.


    Beim Farbkreis nach Küppers sind die Komplementärfarben das "Nachbild" - also die Farbe, die sich ergibt, wenn man eine Farbe lange anschaut und dann die Augen schließt. Das ist z.B. Rot ein Lindgrün.


    Künstler nehmen lieber den Goethefarbkreis. Dort ist die Komplementärfarbe zu Rot: Grün! Küppers ist also seltsamerweise bei Rot zwischen RGB und Goethe.


    Nunja: unsere Augen nehmen Rot - Grün - Blau wahr, und mischen daraus alle übrigen Farben. Wie der Monitor, der RGB abstrahlt.


    Dieses Rot Grün Blau Gemisch wird allerdings auf KANÄLEN ins Gehirn weitergeleitet, was eher dem Fernsehsignal entspricht:


    - ein Rot-Grün Kanal


    - ein Blau Kanal, wobei die Abwesenheit von Blau Gelb erzeugt


    - ein Luminanzkanal, also Helligkeit.


    Diese 3 Kanäle leiten ihre INFORMATION (noch nicht Farbe!) ans Gehirn weiter - und im Gehirn werden aus diesen Reiz-Informationen die Farben generiert.


    Fazit: außerhalb vom Gehirn, also DA DRAUSSEN, gibt es gar keine Farben! Dort gibt es Photonenschwingungen. Wir erschaffen die Welt, wie sie ist, größtenteils im Gehirn.


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    Welchen Farbkreis nehmen? Goethe (später Itten) wird kritisiert, weil sein Farbkreis kein Neutralgrau ergibt bei gegenüberliegenden Farben, also den Komplementärfarben.


    ABER: meine Kritik daran ist: Thema verfehlt!!! In einem Bild geht es nicht um technische Farbmischungen - wie bei der Bildbearbeitung - sondern UM DIE WIRKUNG DER FARBEN NEBENEINANDER. Das ist nach Itten der Simultankontrast.


    Daher sollte man in einem Bild die Farben nach Goethe - oder später Itten - abstimmen.


    Designer stimmen oft Farben nach dem RGB Farbkreis ab, generieren ihre Farbpaletten nach dem RGB Kreis - ich finde, das wirkt sehr aggressiv, schreiend - und ist eher etwas für WERBUNG als für Kunst. Wirkt auch nicht sehr natürlich, finde ich.


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    Ein TOOL für die Bildbearbeitung - um Farbharmonien zu erkennen, um Farbharmonische Farbpaletten zu erzeugen, ist der Color Scheme Designer, der gerne von guten Retouchern angewendet wird:


    https://colorschemedesigner.com/csd-3.5/


    Wir sollten also für unsere Bilder DIESEN Goethe Farbkreis benutzen - nicht den RGB Kreis, da es um die Bildwirkung nebeneinanderliegender Farben geht - und eben nicht um technische Farbmischung!


    Ansonsten ist jeder Farbkreis gleich aufgebaut, auch die Farbharmonien werden bei jedem Farbkreis GLEICH gebildet:


    Im Abstand von 120 Grad - also 0, 120, 240 Grad - sind die drei Primärfarben des jeweiligen Farbkreises. Im RGB Farbkreis sind das Rot, Grün und Blau. Bei Goethe sind die Primärfarben, aus denen sich alle anderen Farben ergeben, wie wir es von der Schule her kennen: Rot, Gelb und Blau.


    Die gegenüberliegenden Farben - also Farbwinkel der aktuellen Farbe plus 180 Grad - sind die Komplementärfarben.


    Farbharmonien bauen sich wie folgt auf:


    Monochrom: eine Farbe, Bild aus Sättigungs- und Luminanzunterschieden oder Kontrasten.


    Komplementärfarben: zwei Farben mit 180 Grad Abstand. Gegenüberliegend im Farbkreis.


    Gesplittetes Komplementär: eine Grundfarbe, zwei Farben im Gleichen Abstand und Winkel zur Komplementärfarbe. (Winkel kleiner als 90 Grad)


    Analoger Farbakkord: Grundfarbe, zwei Farben im gleichen Abstand rechts und links der Grundfarbe. (Winkel kleiner als 90 Grad)


    Analog Komplementär: ein Viererakkord aus Analogakkord und Komplementärfarbe zur mittleren Grundfarbe.


    Ein Farbakkord, eine Farbpalette, berücksichtigt allerdings auch die Gewichtungen der Farben. Gewichtungen entstehen durch: Raum im Bild und Sättigung.


    Im Grunde ist das - vielleicht zu MiPi´s Freude - alles sehr mathematisch definiert: Farbharmonien nach gleichen Farbwinkelabständen, Farbgewichtungen nach Prozentangaben.


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    Beim Color Scheme Designer müssen wir aber darauf achten, dass der Hue Wert - also der Farbwinkel - nicht dem Hue Wert von Bildbearbeitungsprogrammen entspricht - beispielsweise bei HSL oder HSB. Bildbearbeitungsprogramme messen den Farbwinkel im RGB Farbrad - der Color Scheme Designer misst den Farbwinkel im Goethe Farbrad und kommt zu unterschiedlichen Werten.


    Macht aber Spaß, mit dem Color Scheme Designer mal zu spielen und eigene Farbakkorde zu erstellen.


    grüssli merlYnn