Bildstimmungen

Im Rahmen der neuen Europäischen Datenschutzbestimmungen, haben auch wir unsere Datenschutzrichtlinie mit Wirkung zum 25. Mai 2018 für alle Besucher, Nutzer unserer Website aktualisiert. http://projectsforum.de/neu/index.php?datenschutzerklaerung/ Die Änderungen umfassen eine genauere Aufklärung darüber, wie wir deine Daten verwenden, einschließlich deiner Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und deiner Rechte. Ab dem Stichtag unterliegt deine weitere Nutzung unseres Forums der neuen Datenschutzrichtlinie. Hast du Fragen dazu? Rufe uns einfach an unter 06461/989877, oder schreibe uns eine Nachricht an stefan@stefan-runkel-online.de Herzliche Grüße! Dein Projectsforum-Team
  • Hallo Zusammen,


    ich bin aktuell auf der Suche nach Bildstimmungen - also Stimmungslagen die man durch Bildbearbeitung ausdrücken kann.


    Um zu verdeutlichen was ich meine, hier ein paar Beispiele:


    Original:


    "Verträumt"


    "Geheimnisvoll"


    "Glamour"


    (Alle Bearbeitungen habe ich mit COLOR projects 6 gemacht)

    Und nun meine Frage an Euch:

    Welche Bildstimmungen fallen Euch ein und sind Euch wichtig?

    Wer mitmachen möchte, einfach das "Original" herunterladen - eine Bildstimmung zusammenbauen, der Stimmung einen Namen geben und das Bild hier posten.


    Würde mich freuen, wenn hier ein paar Stimmungen zusammenkommen.


    VG Michael




  • Hallo Zusammen,


    vielen Dank für die ersten Varianten und Anmerkungen.


    Um dem ganzen Thema ein wenig mehr "Salz" zu geben, sollte ich vielleicht erzählen, warum ich danach frage:

    Ich möchte ein Modul bauen, welches es erlaubt, eine Bildstimmung einfach per Regler in jedes Bild hineinzubringen.


    Dafür brauche ich Eure Vorstellung davon, welche Bildstimmungen interessant sind?

    -> Ein Wort kann hier reichen, ein Bild muss nicht zwingend dabei sein


    VG Michael

  • "Bedrohlich" mit einem dunklen Himmel wie von Maikco finde ich schon ganz passend.

    Bei "verträumt" stelle ich mir Pastelltöne mit etwas Weichzeichnereffekt vor.


    Das hängt auch vom Motiv ab ... "Glamour" wäre so ein weißer Sandstrand kurz vor der Überbelichtung, dazu türkisblaues Wasser und ein strahlend blauer Himmel mit einigen Wattebäuschchenwolken - aber dafür brauche ich eher den richtigen Urlaubsort.

  • Hallo zusammen,

    ich versuche schon seit längerem, den Bildstil der Lensbaby-Velvet-Objektive nachzumachen. Mir gefällt die erzielte Stimmung der Bilder sehr gut; es entspricht ein wenig dem "verträumt" von Michael. Hier meine Version (mit ColorProjects6), die ich nach dem Objektiv benannt habe


    .


    Gruß, Thomas

  • Hallo Thomas,


    vielen Dank für den Beitrag!

    So langsam nehmen wir hier ein wenig Fahrt auf :-)


    Fallen Euch spontan noch Bildstimmungen ein - nur die Wörter reichen, wie z.B.:

    - fröhlich, kühl, dramatisch, brillant, geheimnisvoll, .... etc?


    Wenn ja, einfach hier hineinschreiben!


    Danke,

    Michael

  • Hmmh - bräuchte man nicht für jeden Bildstil ein anderes Originalbild, um zu sehen, ob es trifft? - um es dann wieder an einem Universalbild zu testen? - Also Glamour an einem Bootssteg ist etwas problematisch für mich :D (Schade, kann nach dem Umzug meinen Rechner noch nicht anschließen …)


    grüssli merlYnn

  • Hallo merlYnn,

    Also Glamour an einem Bootssteg ist etwas problematisch für mic

    Das ist halt ein sehr glamoröser Bootssteg :-)


    Aber ganz im Ernst, es geht darum Bildlooks mit einem Regler erzeugen zu können - so macht natürlich auch "Dramatischer Himmel" nur Sinn, wenn auch Himmel auf dem Bild ist.


    Also wenn Dir Stimmungslagen einfallen, dann immer her damit.


    VG Michael

  • Vielleicht mal allgemeine Überlegungen zu Stimmungen:


    Hier sind auch Farbharmonien, Ittens Farbkontraste usw wichtig.


    Einfaches Beispiel: eine (oft plumpe) starke erotische Wirkung erzielt man, indem man durch Komplementärkontraste die Hautfarben zum Leuchten bringt: cyanfarbenes Tuch usw.


    Fashion vermeidet hier eine allzu starke Wirkung - die Wirkung soll das Produkt sein, nicht das Model.


    Stimmungen bei der Menschenfotografie kann man also schon nach Genres unterscheiden: Glamour, Erotik, Beauty, Fashion, Street, Fine Art, Sensual, Romantik, Film, Action, Portrait, usw.


    Genres: das wäre dann ein Oberbegriff für Stimmungen.


    Naturfotografie kann mystisch (Caspar David Friederich), verträumt, realistisch, psychedelisch, spirituell, erhaben, erschreckend, rau, subtil, usw sein.


    Eine andere Möglichkeit für einen Stimmungs-Oberbegriff wären Kunstepochen.


    Tages- und Jahreszeiten haben wir ja schon längst :D



    Ich unterscheide auch spirituelle, aesthetische und erotische Wahrnehmungs-Frequenzen.

    Spiritualität geschieht durch Luminanzkontraste: Hell und Dunkel. Strahlen. usw.

    Erotik: Hervorhebung der Hautfarben durch Farbharmonien, Betonung der Augen, Hell dunkel Kontraste (was licht und was verborgen ist). Ebenso der Qualitätskontrast für Sensitivität.

    Aesthetik: schöne Farbakzentuierungen.


    Für Stimmungserzeugung finde ich die 7 Farbkontraste nach Itten essentiell.


    Hell-Dunkel Kontrast (Rubens, Vermeer usw): Verborgenes und Lichtes


    Der Qualitätskontrast: bei Caspar David Friederich, Konkretes verschwimmt am Horizont, in der Ferne ins Ungefähre, Ahnungsvolle, Mystische.


    Farbe an sich Kontrast: Bunte fröhliche Wirkung


    Ganz wichtig für Stimmungen: der Kalt-Warm Kontrast


    usw. usw.

  • Hier noch Links zu Ittens Farbkontraste. Die sind auch wichtig für künstlerisches Gestalten - und geben wohl selbst schon Anregungen für Stimmungs-Looks:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Farbkontraste


    http://gestaltung.wilhelm-ostw…3/ittensfarbkontraste.pdf


    http://gestaltung.wilhelm-ostw…3/ittensfarbkontraste.pdf


    http://gestaltung.wilhelm-ostw…3/ittensfarbkontraste.pdf


    Wichtig finde ich , dass bei den Links auch Beispiele aus der Kunst gegeben sind, für das praktische Verständnis.

  • Hallo merlYnn,


    vielen Dank für die ganzen Informationen und Links - da habe ich ja einiges zu lesen :-)

    Stimmungen bei der Menschenfotografie kann man also schon nach Genres unterscheiden: Glamour, Erotik, Beauty, Fashion, Street, Fine Art, Sensual, Romantik, Film, Action, Portrait, usw.

    Ich würde hier dazu tendieren das eher "Bildstile" zu nennen, das geht aber auf jeden Fall in die richtige Richtung.


    Bei der Suche nach Umsetzungsmöglichkeiten habe ich hier bisher folgende im Auge, die auch sehr allgemein einsetzbar sind:

    -> kühl-warm, trist-glamour, vintage-modern

    Naturfotografie kann mystisch (Caspar David Friederich), verträumt, realistisch, psychedelisch, spirituell, erhaben, erschreckend, rau, subtil, usw sein.

    Sehr interessante Bildstimmungen - bei mir stehen bisher diese hier auf dem Zettel, die ich aktuell versuche umzusetzen:

    -> entspannt-aufgebracht, verträumt-dramatisch, geheimnisvoll-sanft, abschweifend-konzentriert


    VG Michael

  • Ein interessanter Hype wäre bestimmt auch, diese sieben Itten Kontraste jeweils als Filter einzusetzen. Das dürfte Aufmerksamkeit erregen, da diese Farbkontraste in der Kunsttheorie sehr bedeutsam sind. Es wäre aber auch schon gefährlich, weil hier die Qualität stimmen müsste. Sonst gibt es sofort ziemliche Schelte a la: naja, FILTER halt … Also eine gewisse Gradwanderung!


    Ein Qualitätsmerkmal wäre, die Information möglichst ausschließlich aus dem Bild zu beziehen - das Bild nicht unnötig oder darüber hinaus zu verändern. Ausnahme: über eigene Regler.


    Beispiel Qualitätskontrast, mal aus dem Ärmel geschüttelt:


    Was ist das?

    Das ist der Kontrast zwischen reinen, gesättigten Farben - und gebrochenen, stumpfen, ungesättigten Farben bis zum Grau, Weiß oder Schwarz..


    Was soll damit erreicht werden?

    Damit wird im Bild Raum und eine Tiefenstaffelung erzeugt. Dann, wie bei Caspar David Friederich - eine romantisch-mystische Stimmung, das angedeutete, ungefähre, was der Phantasie Raum lässt. Ebenso eine besondere Farbstimmung. Für diese Frage müsste man sich Beispielbilder aus der Kunst anschauen.


    Was muss das Programm dafür Analysieren?

    Die Farbqualität der einzelnen Farben: Sättigungsgrad - dann ob es gebrochene Farben sind, ob sie ins Weiß, Schwarz, Grau oder Braun gehen.


    Was soll das Programm tun?

    Diesen Kontrast verstärken, indem reine Farben erhalten werden, bzw (leicht) angehoben werden können in der Qualität, die anderen Farben, so wie sie sind, in ihrer Qualität abgeschwächt werden, mit DEMSELBEN Qualitätsmerkmal, mit dem sie schon vorher gebrochen wurden (schwarz, weiß, gebrochen, stumpf usw)


    Das geht also über einen einfachen Kontrastregler weit hinaus.


    Welche Variablen gibt es für diesen Filter? Was sollte man regeln können? Hier würde ich zunächst ALLES einsammeln - um es später sinnvoll zu reduzieren. Beim Qualitätskontrast z.B.:


    Stärke


    Stärke der Verstärkung der Reinen Farben


    Split Punkt von: was ist rein (Bleibt erhalten) zu was ist unrein (Wird durch Filter beeinflusst)


    Qualitätskontrast-Kurve. Im Extremfall einstellbar wie Gradationskurve - mit Kurvenvorgaben, Presets. Das würde ich bevorzugen.

    Ziel: die Tiefenstaffelung präzise zu beeinflussen. Hierbei wären noch die x und y Werte genauer zu definieren. Und natürlich mit Kurven-Vorgaben, Presets.


    Weiter: Hell-Dunkel Kontrast.


    Das ist auch nicht einfach ein Kontrastregler. Bei Rubens, Vermeer usw. sind das ganz bestimmte STIMMUNGEN. Hierzu könnte es mehrere Kurven (Presets) geben für diese Bildstile, die man aber verändern können müsste.


    In diesem Fall könnte das Bild über den Hell-Dunkelkontrast hinaus noch durch Regler verändert werden. Bei Rubens usw spielen da auch die Farben eine Rolle. Strahlendes Licht trifft auf reine Farben - in den ausgeprägten Dunkelzonen gibt es aber Übergänge von edlen Brauntönen bis zum Schwarz. Es sind sehr ausgeprägte Farbqualitäten und Lichtern, Mitteltönen und Schatten. - Bei Itten ist der Hell-Dunkelkontrast gewiss rein technisch, man sollte hier aber durchaus auf die alten Meister eingehen können.


    Weiter: Kalt-Warm Kontrast.


    Hier müsste man zuerst mal die verschiedenen Anwendungen sich anschauen:


    Tiefenstaffelung: warme Farben drängen nach vorne - kalte Farben nach hinten. Hier könnte man gesättigte Farben aufwärmen - ungesättigte Farben und Dunst und Schatten ins Blau verschieben.


    Beim Color Grading in der Fotografie werden mit diesem Kontrast Schatten, Lichter und Mitteltöne behandelt. Meist Schatten kalt, Rest warm. Hier gäbe es auch wieder einen Split Punkt.


    Dann künstlerische Anwendung: beliebig. Hier müsste das Programm wissen (Masken), welche Farben es verändern soll.


    Daraus müsste man jetzt einen einheitlichen Filter zaubern :D


    Wie soll das Programm verändern? Da gibt es beim Color Grading eine Vorgabe: Beispielsweise verändere ich mit einem Farbwinkel in den warmen Bereich des Farbkreises hinein. Beispielsweise die Mitteltöne. Der kalte Bereich, beispielsweise Schatten, wird dann mit dem AUF DEM GOETHE FARBKREIS genau gegenüberliegenden Wert verändert. Das sollte der Nutzer natürlich ändern können - aber das ist DIE sinnvolle Vorgabe. Vielleicht könnte man aber auch die Farbkreise wählbar machen. Künstler und Retoucher nehmen lieber Goethe - Designer oft den RGB Farbkreis, den ich weniger künstlerisch, aber in der Aufmerksamkeitseinforderung effektiver finde (Werbung).


    Weiter: Farbe an sich Kontrast.


    Na, der ist mal relativ einfach: Die Farben werden in einen reinen Bereich hin verschoben. Hierfür ein Stärkeregler. Hier könnte man sich aber über Farbübergänge Gedanken machen, dafür vielleicht einen eigenen Regler ansetzen. Eventuell auch einen Regler über die Farbmenge. Die Farbmenge im Bild reduzieren - oder erhöhen :D nach ausgesuchten Vorgaben.


    Komplementärkontrast: Entweder Färbung des gesamten Bildes mit Komplementärffarben (wahlweise Goethe oder RGB) mit Farbwinkelregler - eventuell auch ein jeweiliges Füllen der Nachbarfarbe mit dem Komplementär, Ausgangsfarbe die Farbe mit dem größten Gewicht im Bild. Müsste man ausprobieren.


    Naja, wie gesagt - wenn man diese Kontraste nach Itten sich als Filter vornimmt, dann MUSS die Qualität stimmen und das ist nicht ungefährlich - eben weil sie so populär sind - in der Kunsttheorie Basiswissen darstellen wie in der Mathematik das kleine Einmaleins, würde ich es mal so einschätzen.


    Einige Kontraste sind relativ einfach - andere komplizierter. Man müsste sich dazu jedenfalls noch tiefere Gedanken machen.


    Aber es wäre ein Basispaket für Bildgestaltung, was es so bisher noch nicht gibt.


    Alle Stimmungen, die es gibt, können mit diesen Kontrasten nach Itten erzeugt werden.


    ______________________________________________________________________________________________________________


    Stimmungen wären noch: bewegt - statisch ruhend, feurig (Rot-Gelb) - gefühlvoll, anziehend - abstoßend,


    Farben mit Analogakkorden - mit Komplementärakkorden und gesplittet Komplementärakkorden. Das ergibt ganz unterschiedliche Farbstimmungen - man müsste bei 3 Farben (Analog, Split Komplementär) den Grundfarbwinkel und den (gleichen!) Winkelabstand zu den Nachbarfarben ändern können, dann den Farbbereich (hart ist eine Farbe - weich ist ein Farbbereich) - usw. '


    Dann noch die 4 Elemente:


    Erde (fest, mit definierten Grenzen, Gelb, Braun, Grün, Gold, gebrochene Farben),

    Feuer (dynamisch, verzehrend, Orange, Rot mit Gelb, Weiß, Blau),

    Wasser (Gefühl, verbindend, fließend, fließende Übergänge, Blau, mit Türkis, Weiß, oder Schwarz für Schwere, Tiefe)

    und Luft (veränderlich, mehr Pastellfarben im Gegensatz zum Wasserelement, Hellblau, Hellgrün, Helltürkis. mit Weiß) .

    Als spirituelles Element gibt es noch Geist, Seele (Violett, Gold, Weiß, - Schwarz für dunkle, unbewusste Bereiche)


    grüssli merlynn

  • Hallo merlYnn,


    vielen Dank für die ganzen Anregungen - das muss ich erst einmal alles lesen :-)


    Deine Ausführungen treffen nicht ganz das, was ich mit dem Programm vorhabe, geht aber doch in die Richtung. Ich möchte nur versuchen, dass ohne jedes Vorwissen mit "einem Regler pro Bildstimmung" diese in ein Bild hineingerechnet wird.

    Das wird schwierig, vor allem weil ich diese Stimmungen auch noch mischen möchte - mal schauen, was dabei herauskommt :)


    Leider bin ich die kommenden Wochen aufgrund von zwei OP's etwas außer Gefecht gesetzt - nichts ernstes aber dennoch anstrengend.

    Sobald ich das alles gelesen und analysiert habe, melde ich mich wieder!


    VG Michael