Verwackelungsunschärfefilter verstehen - optimale Einstellungen

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  • 1) Also erstmal zun den NORMALEN FILTERN: diese verstärken nach meinem Verständnis grob den Kantenkontrast. Nachteil am Beispiel HAARE, diese wirken nun beeindruckend detailliert - aber auch trocken, strohig, spröde. Daher vermeiden einige Portraitfotografen komplett die Schärfung.


    Frage1: Gibt es eine Möglichkeit, die Farbe an den Kanten zu erhalten? Was wäre denn die optomale Einstellung für Haare, um trockenheit, strohigkeit zu vermeiden?


    2) Die Verwackelungsunschärfe-Schärfung funktioniert nach meinem Verständnis grundsätzlich anders. Verwackelung verschmiert die Pixel im Bild - diese verschmierten Pixel werden bei dieser Art Schärfung wieder ins Ursprungspixel zurückgezogen. Zurückgerechnet Dabei werden keine künstlichen Kontraste hinzugefügt.


    Also:


    Ist Zustand: meine zittrige Hand beim Fotografieren und Verwackelung - Soll Zustand: ein Foto, als hätte ich ein Stativ benutzt. Das macht unsere Verwackelungsunschärfe-Schärfung.


    Nach diesem Verständnis müsste die Effektstärke aber gegen einen Grenzwert gehen: Das Stativ. Darüberhinaus macht es keinen Sinn. Man könnte zwar bis zum Quantenrauschenverwackeln rechnen - aber das macht keinen Sinn. Die Stärke müsste logarithmisch gegen einen Grenzwert laufen, der einem hochwertigem Stativ entspricht..


    Zweitens dürfte es nach diesem Verständnis keine Überschärfung geben. Denn: Mehr als Stativ geht nicht - und ich überschärfe ja kein Bild, indem ich ein Stativ benutze. Ist mir jedenfalls noch nicht passiert :D :D :D


    DIE PRAXIS SIEHT ABER ANDERS AUS! Es gibt Überschärfung, die Effektstärke strebt nicht gegen einen Grenzwert. Also: dürfte obige Vorstellung nicht ganz so stimmen!


    Daher Frage 2: Wo weicht die Verwackelungsunscharfe in Sharpen Projects von meiner Vorstellung - Stativ als Endziel - ab? Wie kann es da zur Überschärfung kommen, wenn verschmierte Pixel nur zurückgerechnet werden - aber nicht, wie bei normaler Schärfung, irgendwo Kanten-Kontraste und sonstige Kontraste zugefügt werden? Wie können die Detailkontraste da trotzdem größer sein als bei einer Aufnahme mit Stativ?


    Und Frage 3: Welche Einstellung der Verwackelungsunschärfe bei Sharpen Prokects käme der NATÜRLICHEN Emulation eines Stativs am nächsten? Also Verwackelung raus - aber keine Überschärfung?

    Und: Welche Einstellungen ÜBERZEICHNEN dann wieder die natürliche Aufnahme mit Stativ?


    Mal gespannt!


    grüssli merlYnn

  • Hallo merlYnn,


    das waren eine Menge Fragen - ich denke das mit dem Quantenrauschen lassen wir besser außen vor :-)


    Frage1: Gibt es eine Möglichkeit, die Farbe an den Kanten zu erhalten? Was wäre denn die optomale Einstellung für Haare, um trockenheit, strohigkeit zu vermeiden?

    Das Problem hier liegt darin, dass mehr Schärfe bedeutet das einige Pixel heller werden - heller wiederum heißt (in der digitalen Bildwelt) "weniger Farbe" - je näher ein Pixel an "weiß" herankommt, desto weniger Farbe ist im digitalen Pixel enthalten.


    Du kannst in SHARPEN projects bei allgemeiner Bildschärfe einen "Farbmodus" aktivieren, dieser reduziert das Problem - in der Unschärfereduzierung ist dies der HDR Farbschutz.

    Daher Frage 2: Wo weicht die Verwackelungsunscharfe in Sharpen Projects von meiner Vorstellung - Stativ als Endziel - ab? Wie kann es da zur Überschärfung kommen, wenn verschmierte Pixel nur zurückgerechnet werden - aber nicht, wie bei normaler Schärfung, irgendwo Kanten-Kontraste und sonstige Kontraste zugefügt werden? Wie können die Detailkontraste da trotzdem größer sein als bei einer Aufnahme mit Stativ?

    Ganz einfach - die mathematische Bildschärfe hat sein Ende erst dort, wo es nur noch schwarze und weiße Pixel im Bild gibt. Man kann die mathematische Schärfe also sehr weit nach oben treiben, irgendwann ist der Punkt erreicht an dem es den Betrachter stört, dann spricht man von Überschärfung - leider ist dieser Punkt bei jedem Betrachter unterschiedlich, weswegen man es nicht festlegen kann.


    Ein Programm wird also niemals eine "Stativschärfe" oder ähnliches erkennen können.

    Hinzu kommt, dass die Schärfe nicht nur vom Stativ abhängt, sondern auch vom Sensor, dem Objektiv und zahlreichen weiteren Faktoren.

    Und Frage 3: Welche Einstellung der Verwackelungsunschärfe bei Sharpen Prokects käme der NATÜRLICHEN Emulation eines Stativs am nächsten? Also Verwackelung raus - aber keine Überschärfung?

    Diejenige die du als Betrachter als richtig empfindest - es gibt hier keinen "richtigen" Wert, denn die Natur ist ohnehin immer ein klein wenig unscharf bzw. diffus - also deutlich detaillierter als unsere Augen es wahrnehmen können.


    Ich befürchte man könnte ein Programm zwar an den Wunsch eines einzelnen User voranpassen, bei vielen Usern klappt das aber nicht.


    VG Michael

  • Ich finde es wichtig, zu verstehen, wie die Mathematik von der "natürlichen Vorstellung" abweicht.


    Grenze von "natürlich" dürfte wohl die Auflösung des Auges sein - und seine Scharfstellung. Dann auch unsere biologische Prägung, scharfes Sehen ist wichtig fürs Überleben. Deshalb mögen manche vielleicht leicht überschärfte Fotos - bis zu einem gewissen Grad. Andere finden wenig geschärfte Fotos aesthetischer.


    Für "natürlich" gibt es keinen absoluten Wert - allerdings vielleicht eine Richtung in den Einstellungen?


    Meine Überlegung für "natürlich" war:


    Stärke (Korrektur) auf 1 bis 7, Radius, Qualität und Feinheit auf max, Berechnung auf Pro +


    Also: geringste Stärke, alles andere auf max. Oder ist das falsch gedacht?


    grüssli merlYnn

  • Hallo merlYnn,

    Meine Überlegung für "natürlich" war:


    Stärke (Korrektur) auf 1 bis 7, Radius, Qualität und Feinheit auf max, Berechnung auf Pro +

    Also: geringste Stärke, alles andere auf max. Oder ist das falsch gedacht?


    - die Stärke bestimmt, wie stark die Korrektur der Unschärfe mit den Einstellungen der Regler darunter werden soll

    - der Radius bestimmt, in welchem Umkreis gesucht werden soll, also wie grob bzw. wie fein die Schärfe wird.

    - Qualität und Feinheit auf Max kann man immer machen

    - Pro+ brauche ich nur bei stark verwackelten Bildern


    Also ich würde es etwa so machen.


    Leicht verwackeltes Bild: Ausgewogen - Radius: 60-90%

    Stark verwackeltes Bild: Pro - Radius: 100-150%

    Massiv verwackeltes Bild: Pro+ - Radius: 100-200%


    Für alle Bilder dann gleich:

    - Qualität und Feinheit auf Maximum

    - Entrauschen je nach Bild

    - HD Farbschutz: immer aktiv

    - Stärke so lange erhöhen, bis es für Dich überschärft wirkt, dann die Stärke leicht zurücknehmen


    VG Michael

  • Hi - dann habe ich ja bis auf Radius richtig gedacht.


    MEISTENS möchte ich wenig bis kaum verwackelte Bilder, die ich mit der Hand geschossen habe - noch einen Tick in Richtung Stativ bringen.Oder, da ich bald einen guten Bildstabi habe - Bewegungsunschärfe etwas noch ausgleichen. Also alles mehr im subtilen - aber qualitativ hochwertigen Bereich.


    Dann noch eine Frage zur Sicherheit: in Photoshop, bei Unschärfe maskieren - gibt es ja auch den Radius. Dort geht es ja auch um grobe - oder mehr feine Strukturen. Ist der Begriff Radius in beiden Fällen - PS und Sharpen - derselbe?


    grüssli merlYnn

  • Hallo merlYnn,

    MEISTENS möchte ich wenig bis kaum verwackelte Bilder, die ich mit der Hand geschossen habe - noch einen Tick in Richtung Stativ bringen.Oder, da ich bald einen guten Bildstabi habe - Bewegungsunschärfe etwas noch ausgleichen. Also alles mehr im subtilen - aber qualitativ hochwertigen Bereich.

    Dann ist hier vermutlich die Einstellung "Verwacklung - feine Korrekur" die beste Basis für Dich.

    Leichte Verwacklung wird hiermit korrigiert. (geringer Radius)

    Dann noch eine Frage zur Sicherheit: in Photoshop, bei Unschärfe maskieren - gibt es ja auch den Radius. Dort geht es ja auch um grobe - oder mehr feine Strukturen. Ist der Begriff Radius in beiden Fällen - PS und Sharpen - derselbe?

    Der Radius ist in beiden Programmen sehr änhlich zu verstehen - ich habe den Begriff Radius hier auch bewusst in SHARPEN gewählt, damit man genau diese Parallele ziehen kann.


    Kurzum: Ja, Radius ist hier gleich zu verstehen.


    VG Michael